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Copyright 10.02.2001 by Gunter Wriedt

Eine Hundegeschichte
====================

Eine junge Frau geht mit ihrem Hund in den Park.
Er fängt an, im Gebüsch zu stöbern.
Die junge Frau geht weiter.
Sekunden später: Bremsen quietschen,
ein Sandsack wird auf die Straße geschleudert,
prallt kurz ab und bleibt am Gehweg liegen.

Der Fahrer konnte nicht mehr bremsen. Der Hund ist tot.
Er hat selbst einen Hund, der langsam an Krebs zugrunde geht.

Die Polizei kommt.
"War der Hund an der Leine ?" Ein dämliches Grinsen:
"Na, hoffentlich war der Hund versichert, das wird teuer für Sie."

Das Telefon klingelt.
Ich freue mich, meine Freundin ruft an, ich habe Geburtstag.
Beim ersten Wort weiß ich: etwas Schlimmes ist passiert.
Ich fahre den Rechner herunter und bin auf dem Weg zum Bahnhof.

Auf dem Hundespielplatz. Der Hund tollt herum.
Mitten im Spiel kann er nicht mehr ausweichen und rennt in sein Frauchen.
Die Frau liegt mit verletztem Knie am Boden.
Der brave Hund hält Wache.
Ein Streifenwagen kommt heran, zwei Polizisten, die Pistole im Anschlag.
Nur durch die hartnäckige Weigerung anderer Hundebesitzer,
aus der Schußlinie zugehen, bleibt der Hund am Leben.

Meine Freundin nimmt den Hund ihrer Mutter zu sich.
Wir sehen uns nur am Wochenende,da wir nicht im gleichen Ort wohnen.

Eine Woche habe ich ihn für mich alleine in meiner kleinen Wohnung.
Meine Freundin ist auf Studienfahrt.
Ich hatte etwas Angst, ob ich mit dem Hund zurechtkommen würde.
Tagsüber sitzt er im Büro unter meinem Schreibtisch.
In den Pausen gehen wir am Fluß entlang.
Er zieht immer zum Wasser und will schwimmen,
aber noch traue ich mich nicht, ihn von der Leine zu nehmen.
Dann reagiert er sich beim Stöckchenzerbeißen ab.

Sonntag Morgen.
Ein schwanzwedelndes, goldbraunes Etwas rotiert neben dem Bett
und drückt mir ein Stofftier ins Gesicht.
Wir wollen noch nicht aufstehen und punkten durch entschiedenes Nichtbeachten unseres Gefährten.
Am Wochenende geht's erst etwas später raus.
Dafür machen wir lange Spaziergänge zu dritt und nehmen immer Spielzeug mit.
Mittlerweile fängt er den kleinen Ball im Flug.
Es ist ein herrlicher Anblick, wie sein Fell in der Wintersonne leuchtet.

Der Tierschutz hat den Hund über Nacht aufbewahrt.
Am nächsten Morgen holen wir ihn am Tierheim ab.
Ich trage ihn mit dem Tierpfleger ins Auto.
Der Hund riecht tot.

Wir fahren zur Mutter meiner Freundin.
Wir wußten, daß wir den Hund irgendwann zurückbringen müssen,
aber so hatten wir uns das nicht vorgestellt.
Es regnet, als ich das Grab aushebe.

Kein Hund der sich zwischen uns drängt, wenn wir uns küssen.
Seine Stofftiere liegen noch auf dem Fußboden herum.
Wir halten uns im Arm, immer wieder fangen wir an zu weinen.
Ständig nehmen wir Hundebücher zur Hand,
betäuben unsere Trauer mit dem Traum vom eigenen Hund.
Aber wir wissen, vorerst kann es nur ein Traum bleiben.

Für kurze Zeit hat er aus uns eine richtige Familie gemacht.
Nun sind wir wieder allein.

(c)
Gunter Wriedt - 20.02.2001


Meine Freundin Sibylle möchte Charly gerne noch Folgendes sagen:

Warum??? Dieses eine Wort ist mir die vergangenen Tage immer wieder durch den Kopf gekreist.
Warum bist du auf die Straße gelaufen? Warum bist du überhaupt in die entgegengesetzte Richtung gelaufen? Warum bist du an unserem Auto vorbeigelaufen? Warum habe ich dich nicht im Auge behalten? Warum habe ich dich nicht erst viel später von der Leine gemacht? Warum bin ich nur an dem Tag in den Park gefahren???
Und die zweite ständige Frage: Was wäre wenn....
Aber all das macht dich auch nicht wieder lebendig. Auch wenn die schlimmste Phase der Selbstvorwürfe vorbei ist, wird doch ewig dieses WARUM in meinem Kopf kreisen mit dem Gefühl: Ich hätte es verhindern können; nein ich hätte es verhindern müssen!!!

Es ist schrecklich einen Hund auf diese Art und Weise zu verlieren: und es ist nur ein schwacher Trost, daß mir alle Leute bestätigen, daß du auf der Stelle tot warst und nichts mehr gespürt hast.
Aber ich werde diese Bilder nie vergessen können. Immer und immer wieder spielt sich dieses Ereignis/ dieser Filmriß vor meinem inneren Auge ab. Immer wieder sehe ich dich durch die Luft fliegen, immer wieder denke ich das kann nicht sein, das darf nicht sein, nein, das bist ganz bestimmt nicht du. Dann im näher laufen, sehe ich, das bist du. Eigentlich weiß ich, daß du tot sein mußt nach dem Aufprall, aber dann liegst du da, äußerlich völlig unversehrt und ich sehe und höre doch noch, wie du atmest, wie sich stetig dein Brustkorb hebt und senkt. Ich will es nicht wahrhaben! Ja du lebst, du atmest ja, wo bleibt nur der Tierarzt... du reagierst auf nichts mehr, deine Augen blicken ins Leere, die Atmung wird schwächer, aber ich will es nicht wahrhaben: du mußt leben, du hast dich doch so gefreut den Park zu sehen, deine Augen haben doch so geleuchtet, du warst doch so glücklich wie lange ist das jetzt her ? Eine Woche? Gestern? Eine Minute? Eine Sekunde?
Zeit hat keine Bedeutung mehr, du atmest nicht mehr und nie mehr werden diese Augen mich strahlend anblicken...
Wo bleibt nur dein Kopf, der sich auf meinen Schoß schiebt, die feuchte Nase, die meine Hand stupst und diese Augen, die jeden Kummer verfliegen lassen?
Warum bist du nur tot??? Warum????

Irgendwann wenn ich mit meiner Ausbildung fertig bin, werde ich mir einen Hund holen - auch einen Golden Retriever - und werde mit ihm all das nachholen, was ich mit dir doch noch alles erleben wollte. Irgendwann wird die Erinnerung an dich nicht mehr so weh tun und irgendwann werde ich dein Bild ohne Tränen ansehen können, aber vergessen werde ich dich nie! In meinen
Gedanken wirst du ewig so jung, glücklich und lebendig sein.

Auf Wiedersehen Charly
In ewiger Liebe und Dankbarkeit für die schöne, aber leider viel zu kurze Zeit
Sibylle

Copyright 23.03.2001 by Sibylle

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